Der Begriff „biobasiert“ wird fast immer erwähnt, wenn es um Biokunststoffe geht. Er wird oft als Synonym für biologisch abbaubar oder umweltfreundlich angesehen, führt aber immer wieder zu Verwirrung. Es ist wichtig zu verstehen, was biobasierte Kunststoffe wirklich bedeuten.
Bedeutung:
Ein biobasiertes Material ist ein Material, dessen Kohlenstoff ganz oder teilweise aus erneuerbaren Ressourcen stammt, wie z.B. Biomasse (Zellulose, Zucker- oder Stärkequellen usw.) oder bestimmte Pflanzenöle.
Dies bezieht sich auf die Herkunft des Rohstoffs und nicht auf sein Lebensende. Ein biobasierter Kunststoff kann die gleichen Eigenschaften und Leistungen haben wie ein konventioneller Kunststoff aus Erdöl.
Biobasiert ist nicht gleichbedeutend mit biologisch abbaubar.
Diese Verwechslung ist sehr häufig. Ein biobasiertes Material ist nicht unbedingt biologisch abbaubar.
Ein Biokunststoff kann gleichzeitig :
- Biobasiert und nicht biologisch abbaubar
- Nicht biobasiert und biologisch abbaubar
- Biobasiert und biologisch abbaubar
Zum Beispiel :
- Bio-PE ist biobasiert (aus Zuckerrohr-Ethanol), aber nicht biologisch abbaubar.
- PBAT ist fossilen Ursprungs, aber unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar.
- PLA ist sowohl biobasiert (aus pflanzlichen Ressourcen) als auch unter industriellen Kompostierungsbedingungen biologisch abbaubar.
Wie wird der Anteil an biobasierten Stoffen gemessen?
Der biobasierte Anteil eines Materials wird nach bestimmten Normen wie EN 16640, EN 16785-1 oder ASTM D6866 gemessen.
Sie ermöglichen es, den Prozentsatz an biobasiertem Kohlenstoff im Material durch eine Kohlenstoff-14-Datierung zu bestimmen.
Dieser Anteil variiert je nach Formulierung und kann von wenigen Prozent bis zu 100 Prozent reichen.
Es gibt heute keinen Mindestanteil, um die Bezeichnung „biobasiert“ zu erhalten. Sie sollten jedoch mit größtmöglicher Transparenz über die genauen Raten und die Art der verwendeten Biomasse kommunizieren.
Die Herausforderungen bei biobasierten Produkten
Die Verwendung von erneuerbaren Ressourcen bei der Herstellung von Polymeren hat mehrere Ziele:
- Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen
- Diversifizierung der Versorgungsquellen
- Versuch, die CO2-Belastung zu reduzieren
Biobasierte Produkte sind keine Garantie für eine geringe Umweltbelastung.
Es ist wichtig, Vereinfachungen zu vermeiden.
Ein biobasiertes Material ist nicht automatisch „umweltfreundlicher“.
Die Umweltauswirkungen hängen von vielen Parametern ab:
- Art der Biomasse
- Art des Anbaus von landwirtschaftlichen Ressourcen
- Industrielle Verarbeitung
- Transport
- Lebensdauer des Produkts
- Szenario am Ende der Lebensdauer
- usw.
Die einzige Möglichkeit, diese Auswirkungen objektiv zu bewerten, ist die Durchführung einer Lebenszyklusanalyse (LCA).
Die Ökobilanz ermöglicht die Analyse aller Lebensphasen eines Produkts, von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Ende seiner Lebensdauer, um eine globale und quantifizierte Sicht zu erhalten.
Zusammenfassung :
Der Begriff biobasiert bezieht sich nur auf die Herkunft des Materials.
Er sagt nichts über seine biologische Abbaubarkeit, seine Recyclingfähigkeit oder seine Umweltauswirkungen aus.
Ein gutes Verständnis dieses Begriffs ermöglicht ein genaueres und objektiveres Verständnis von Biokunststoffen und hilft, häufige Verwechslungen zu vermeiden.
