Wenn eine traditionsreiche Anlage auf Materialinnovation trifft
Die Färberwaidpflanze (Isatis tinctoria), die seit Jahrhunderten für ihr natürliches blaues Pigment bekannt ist, war lange Zeit die wirtschaftliche Grundlage mehrerer französischer Regionen, darunter der Normandie. Heute rückt diese symbolträchtige Pflanze dank des Unternehmens Blue&Pastel wieder in den Vordergrund, das sich zum Ziel gesetzt hat, neue Verwertungsmöglichkeiten rund um diese pflanzliche Ressource zu erschließen.
Während die Pastell-Samen in Form von Öl für verschiedene Anwendungen, insbesondere in der Kosmetik, verwertet werden, lassen sich aus den Blättern natürliche Pigmente gewinnen. Dieser Farbstoff, der bereits in der Textilindustrie zum Einsatz kommt, ist auch für die Kunststoffindustrie von Interesse. Blue&Pastel arbeitet daher an der Erschließung vielfältiger Absatzmärkte, um das Potenzial dieser pflanzlichen Ressource voll auszuschöpfen.
Dieser Ansatz ist Teil eines Kreislaufwirtschaftskonzepts, das darauf abzielt, die verschiedenen Teile der Pflanze zu verwerten und innovative Anwendungen auf der Grundlage nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln.
Jeden Teil der Pflanze sinnvoll nutzen
Das vom Unternehmen Blue & Pastel getragene Projekt ist Teil eines umfassenden Ansatzes, der darauf abzielt, die französische Färberpastell-Branche wiederzubeleben. Das Unternehmen hat ein industrielles Extraktionsverfahren entwickelt, mit dem aus dieser historischen Kultur ein natürliches blaues Pigment und ein Pflanzenöl gewonnen werden können.
Die Rolle von NaturePlast
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit Blue&Pastel bringt NaturePlast sein Fachwissen bei der Einarbeitung von Pigmenten für verschiedene Anwendungsbereiche ein. Die getesteten Polymermatrizen sind biobasiert: Sie werden aus pflanzlicher Biomasse hergestellt. Daher ist es sinnvoll, Pigmente pflanzlichen Ursprungs einzubinden, insbesondere um die gewünschten Farben zu erzielen.
Die durchgeführten Arbeiten umfassen insbesondere Folgendes:
- Untersuchung der Einarbeitung des Pigments in verschiedene Polymermatrizen durch Variation der Anteile, um das Endergebnis anzupassen;
- Formulierungen auf biobasierter Basis zu entwickeln, die diesen Rohstoff enthalten;
- die mechanischen, ästhetischen und verarbeitungstechnischen Eigenschaften der gewonnenen Werkstoffe zu bewerten;
- Die relevantesten industriellen Anwendungen ermitteln.
Durch die Einarbeitung pflanzlicher Füllstoffe in Kunststoffe lassen sich in der Tat einzigartige Materialien entwickeln und gleichzeitig deren biobasierter Anteil erhöhen. Diese Art von Pigmenten kann zudem Textur-, Farb- oder Optik-Effekte erzielen, die in vielen Branchen gefragt sind.
Auch heute noch finden natürliche Pigmente in der Kunststoffindustrie nur wenig Verwendung. Mit Projekten dieser Art beteiligt sich NaturePlast an der Erforschung neuer Alternativen und trägt dazu bei, deren Einsatz in konkreten industriellen Anwendungen zu verbreiten.
Dieser Ansatz steht voll und ganz im Einklang mit den aktuellen Herausforderungen der Bioökonomie, deren Ziel es ist, fossile Ressourcen schrittweise durch erneuerbare Ressourcen zu ersetzen und gleichzeitig die Nutzung der verfügbaren Biomasse zu optimieren.
Aufbau einer lokalen und nachhaltigen Wertschöpfungskette
Über die technischen Entwicklungen hinaus beteiligt sich Blue&Pastel am Aufbau einer französischen Wertschöpfungskette rund um die Färberpastelle. Diese Pflanze, die einst ein Symbol des nationalen landwirtschaftlichen Erbes war, findet heute dank neuer industrieller Absatzmärkte wieder ihren Platz in den Regionen.
Durch die Verknüpfung von landwirtschaftlicher Produktion, Gewinnung natürlicher Rohstoffe und der Entwicklung innovativer Materialien zeigt das Projekt, dass es möglich ist, vor Ort Mehrwert zu schaffen und gleichzeitig den aktuellen ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden.
Durch sein Engagement und sein Fachwissen setzt NaturePlast somit sein Engagement für biobasierte Innovationen fort.
